FLÜCHTIGE BILDER:
AFFEKT // REPRÄSENTATION

Eine trans- und interdisziplinäre Veranstaltung an der Universität Hamburg

Zur visuellen Produktion von ‚Flucht‘ und ‚Asyl‘ in Pressefotografien


Gesellschaftliche Debatten über Fluchtbewegungen wurden und werden regelmäßig flankiert von ‚Bildern‘, die Wahrnehmungen, Wissen und Deutungsmuster über ‚Flucht‘, ‚Geflüchtete‘ und ‚Asyl‘ produzieren. Ihr affektives Potential das von Akteuren genutzt wird, um ethisch-moralische Standpunkte zu kommunizieren und Handlungsbedarfe zu legitimieren, entfaltet eine beträchtliche Wirkung in Aushandlungsmomenten um die Aufnahme oder Zurückweisung von Geflüchteten.

Anhand zweier Fallbeispiele des laufenden Dissertationsprojekts zur visuellen Produktion von ‚Flucht‘ und ‚Asyl‘ in Pressefotografien, werden Aspekte einer affekttheoretischen Betrachtungsweise bei der Analyse des Bildmaterials in diesen Aushandlungsmomenten diskutiert. Anhand der Pressefotografien zur Fluchtbewegung aus Ungarn 1956 und den Geflüchteten aus Vietnam (ab 1977) wird Mechanismen visueller Solidaritäts- und Empathie-Produktion nachgegangen. Die Rolle der ‚Bilder‘ als Medien der Identitäts- und Differenzkonstruktion, die affektbeladene Erinnerungen evozieren (Assmann), wird ebenso thematisiert, wie die Aneignung ihrer Bedeutungs- und Affektpotentiale durch diverse Akteure, die ihre Agenden in den jeweiligen Debatten vor den ‚Bildern‘ plausibilisieren.

Anhand der historischen Beispiele werden Konstanten visueller Produktion sichtbar, deren Effekte über konkrete Verwendungsmomente hinaus reichen und sowohl in zeitgenössischen Debatten, als auch in den Erinnerungsdiskursen um die genannten Migrationsphänomene relevante Faktoren darstellen.


Lisa-Katharina Weimar hat an den Universitäten Göttingen und Osnabrück Geschichte, Germanistik und Kunstpädagogik studiert. Seit 01/2015 ist sie Stipendiatin im Graduiertenkolleg Die Produktion von Migration des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) mit einem Dissertationsprojekt zur visuellen Produktion von ‚Flucht‘ und ‚Asyl‘ in Pressefotografien. Die Arbeit blickt aus der Perspektive der Visual History, kritischen Bildwissenschaft und der historischen Migrationsforschung auf einer breiten empirischen Basis auf ‚Bilder‘ in Diskursen um internationale Fluchtmigration. Ziel ist es, die Bedeutungs- und Affektpotentiale von in der Printpresse verwendeten Fotografien zu analysieren und sie als Faktor in Aushandlungsprozessen um Migration sichtbar zu machen.

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