FLÜCHTIGE BILDER:
AFFEKT // REPRÄSENTATION

Eine trans- und interdisziplinäre Veranstaltung an der Universität Hamburg

Das affektive Bild in Kunst und Medien – Harun Farockis Serious Games I–IV und das pawlowsche Prinzip der Konditionierung


„Die Therapie in „Immersion“ basiert [...] auf dem Ansatz der De-Konditionierung von Pawlow. Der Soldat soll lernen, dass das Sprechen über ein schlimmes Ereignis nicht weh tut. Es soll helfen, die Macht der Repräsentation zu brechen. Interessant ist, dass damit dem Illusionsmedium selbst aufgetragen wird, die Macht der Illusion zu brechen.“ Harun Farocki: Die Ästhetisierung des Krieges. 2014.
(Farocki, Harun: Die Ästhetisierung des Krieges. Harun Farocki im Interview mit Philipp Rhensius. Cicero, Magazin für politische Kultur, 2014, http://www.cicero.de/salon/harun-farocki-die-aesthetisierung-des-kriegs/57160 letzer Abruf: 06.05.2016)

Judith Waldmanns Vortrag widmet sich Harun Farockis vierteiligen Werkserie „Serious Games I-IV“ (2009/2010), wobei der Fokus auf den ersten Teil „Serious Games I – Watson Is Down“ und den dritten Teil „Serious Games III – Immersion“ gesetzt ist.

„Serious Games I – Watson Is Down“ zeigt Soldaten, die sich mit dem Computerspiel „Virtual Battle Space 2“ im Battle Simulation Center des U.S. Militärs in Kalifornien auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereiten. In „Serious Games III – Immersion“ werden Szenen eines Workshops wiedergegeben, in dem Psychologen der U.S. Aiforce die Computeranimation “Virtual Iraq” vorgestellt wird. „Virtual Iraq“ bietet die technische Grundlage für eine Virtual-Reality-Exposure-Therapy, die bei Soldaten, die nach der Rückkehr aus dem Kriegsgebiet unter Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, eingesetzt werden soll. Mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille soll der Soldat in der virtuellen Realität an den Ort der Traumatisierung zurückkehren und das Erlebte mit einem Psychologen aufarbeiten.

Die Werkserie „Serious Games“ thematisiert die Vorbereitung und Nachbereitung eines militärischen Einsatzes in virtuellen Realitäten. In einem geschützten Simulationsraum werden durch visuelle und akustische Reize Erfahrungen erzeugt, die Einfluss auf das Handeln und Verhalten der Soldaten außerhalb des virtuellen Raumes nehmen sollen.

Der Vortrag zu Harun Farockis „Serious Games“ versteht sich innerhalb der Tagung, die das Affektionspotenzial des medialen Bildes fokussiert, als Beitrag zum Thema der Übertragbarkeit virtuell generierter Emotionen auf den Alltag.


Judith Waldmann (* 1985 in Tübingen, Germany) is a freelance curator and writer based in Berlin. She studied art history, literature and anthropology in Freiburg, Hamburg and Florence and is now writing her PHD in Art History. Waldmann has been a guest researcher at the Getty Research Institute in Los Angeles from 12/15–02/16. Together with Isabelle Busch and Uwe Fleckner she organized a symposium on the mobilizing power of political images at the Research Institute Warburg-Haus Hamburg in 2015. Waldmann regularly writes for Allgemeines Künstlerlexikon (AKL) - De Gruyter, DARE Magazin and Monopol. She is currently working on the publication project “Nähe auf Distanz – Eigendynamik und mobilisierende Kraft politischer Bilder im Internet” published in “Hamburger Forschungen zur Kunstgeschichte” and the publication project "I can’t work like this. A reader on boycott and contemporary art" initiated by Summer Academy Salzburg under the direction of Joanna Warsza.

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